{"id":395038,"date":"2023-06-15T16:57:18","date_gmt":"2023-06-15T14:57:18","guid":{"rendered":"https:\/\/communia.de\/vergesellschaftung-und-klimabewegung-teil-eins\/"},"modified":"2023-06-15T16:57:18","modified_gmt":"2023-06-15T14:57:18","slug":"vergesellschaftung-und-klimabewegung-teil-eins","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/communia.de\/en\/vergesellschaftung-und-klimabewegung-teil-eins\/","title":{"rendered":"Vergesellschaftung und Klimabewegung &#8211; Teil 1"},"content":{"rendered":"\r\n<p><em>Dieser Gastbeitrag von Lasse Thiele, Simon Toewe und Selana Tzschiesche ist in einer k\u00fcrzeren Version in unserer Brosch\u00fcre <a href=\"https:\/\/communia.de\/download-broschuere-zur-vergesellschaftungskonferenz-2022\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Neue Energie f\u00fcr Vergesellschaftung &#8211; Vergesellschaftung f\u00fcr neue Energie<\/a> erschienen. Es handelt sich dabeum ein Gespr\u00e4ch zwischen drei Klima(gerechtigkeits)aktivist*innen. Sie stellen sich die Frage nach dem aktuellen Stand der Klimabewegung: Welches Ziel verfolgt die Bewegung mit ihren unterschiedlichen Aktionsformen, als was identifiziert sie damit ihr Gegen\u00fcber und was erreicht sie damit aktuell? Welche Rolle spielt dabei die Eigentumsfrage f\u00fcr die Klimabewegung? In dem Gespr\u00e4ch werden die Chancen und Herausforderungen herauskristallisiert, die der Diskurs um Vergesellschaftung in der Energiekrise f\u00fcr die Klimabewegung bietet. Der zweite Teil des Beitrags erscheint in wenigen Wochen auf unserem Blog. <\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Selana<\/strong>: Wir wollen heute ankn\u00fcpfend an die Konferenz in Berlin \u00fcber eine Vergesellschaftungsperspektive im Energiesektor sprechen. Ich kann sagen, dass es mich total freut, dass die Debatte wieder aufgekommen ist. Als wir damals als Teil des Berliner Energietisches den Volksentscheid f\u00fcr die Rekommunlisierung des Stromnetzes und die Gr\u00fcndung eines Stadtwerks begleitet haben, war unsere Richtungsforderung ja auch Vergesellschaftung. Selten hat mich ein Kampf so motiviert: Die \u00f6kologische und soziale Umstrukturierung dieses zentralen Sektors selbst in die Hand nehmen; unsere Vorstellung von direkt-demokratischer Kontrolle in einen Gesetzestext mit realer Durchsetzungsperspektive gie\u00dfen; ich hatte immer den Lenin-Ausspruch von \u2018Sowjetmacht und Elektrifizierung\u2019 im Kopf: Energie ist die Grundlage unserer Produktion, aber auch die Grundlage unseres allt\u00e4glichen Lebens \u2013 also ein absolut fundamentaler Sektor.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Simon<\/strong>: Mich hat in der Klimagerechtigkeitsbewegung oft genervt, dass wir bei uns bei konkreten Forderungen oft weggeduckt haben, getreu dem Motto: Wir sorgen nur f\u00fcr die Polarisierung, aber konkretere Forderungen bspw. zum Kohleausstieg: Das ist nicht unsere Rolle, darauf Antworten zu finden, das machen andere. Aber wir haben halt gesehen, wohin das f\u00fchrt, wenn es die Anderen nicht gibt, die dann mit vern\u00fcnftigen, das hei\u00dft der Krisensituation angemessenen Forderungen, in den Diskurs reingehen. Dann kommt halt sowas raus wie ein Kohleausstiegsgesetz 2038. Soziale Bewegungen sind doch keine blo\u00dfen Agenda-Setter, die ein Thema auf die Tagesordnung setzen, aber Perspektiven f\u00fcr die Umsetzung dann anderen \u00fcberlassen. Das hat Bini Adamczak zu Beginn der Vergesellschaftungskonferenz auch gesagt: Wir als Linke sind immer historisch besser darin, zu sagen, was wir nicht wollen, anstatt zu sagen, was wir wollen. Und der Horizont der Vergesellschaftung hilft uns\u00a0 dabei, besser darin zu werden, zu formulieren: Was wollen wir eigentlich?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Selana<\/strong>: Genau das hat mich so unglaublich motiviert damals beim Energetisch. Und ich habe das auch so wahrgenommen, dass das auch der Stadtbewegung in Berlin sehr viel Energie verliehen hat, mit dem Instrument Volksentscheid etwas selber in die Hand zu nehmen und zu sagen: So und so wollen wir es machen und daf\u00fcr k\u00e4mpfen wir jetzt. F\u00fcr den Gesetzesentwurf mussten wir schon sehr viel dar\u00fcber sprechen: Was hei\u00dft denn eigentlich eine Demokratisierung eines \u00f6ffentlichen Konzerns? Wer muss da alles mitbestimmen?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Lasse<\/strong>: Ich glaube auch, dass diese Frage von Durchsetzungsperspektiven momentan f\u00fcr die Bewegung eine sehr, sehr entscheidende ist. Jetzt, da sowohl die Strategie des breiten Appells \u00fcber gro\u00dfe Klimastreiks als auch der Ansatz der m\u00f6glichst spektakul\u00e4ren Aktionen an Grenzen gesto\u00dfen sind und das Agendasetting einigerma\u00dfen erfolgreich war, geht es darum, von einer einigerma\u00dfen etablierten ideologischen oder inhaltlichen Hegemonie \u2013 wenigstens in der Grundsatzfrage der Bedeutung von Klimaschutz \u2013 auch zu einer materiellen zu kommen . Und genau daf\u00fcr finde ich die Vergesellschaftungsdiskussion total wertvoll. Das erfordert aber, die bisherigen Taktiken und Aktionsformen zu \u00fcberdenken.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Enteignen, zerschlagen oder kaputt-regulieren?<\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Selana: <\/strong>Uns geht\u2019s heute vordergr\u00fcndig um eine bewegungspolitische Perspektive auf die Frage, aber bei deinem Workshop, Simon, auf der Konferenz ging es auch um ein paar Fallstricke, die hier zumindest angeschnitten werden sollen: Der Energiesektor unterscheidet sich in ein paar wesentlichen Punkten vom Immobiliensektor. Ein Wechsel der Eigentumsform reicht lange nicht aus. Um so schnell wie m\u00f6glich auf 100% Erneuerbare umzustellen, m\u00fcssen Produktion und Versorgung radikal umgebaut werden &#8211; und das ziemlich schnell, weil in den letzten 15 Jahren so gut wie nichts passiert ist. Daran schlie\u00dft sich die Frage an: Will man eigentlich Kohlekonzerne vergesellschaften, sollte man die nicht lieber zerschlagen?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Simon<\/strong>: Die Frage ist doch: Wollen wir das Zeug eigentlich haben? Also wollen wir Konzerne vergesellschaften, die uns\u00a0 \u201cStranded Assets\u201d, also wertlose Verm\u00f6genswerte, in den Staatshaushalt rein sp\u00fclen?. Was die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Investitionen in das, was wir eigentlich brauchen, erst mal verringert. Ist das der strategisch sinnvolle Weg?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Selana<\/strong>: Auf der Vergesellschaftungskonferenz habe ich in der Diskussion dazu erst mal gesagt: Nein, keine Entsch\u00e4digungszahlungen f\u00fcr Kohlebergbau und Kohlegruben. RWE wollen wir zerschlagen und nicht enteignen. Im Nachhinein denke ich: Es gibt doch einen Unterschied zwischen der Vergesellschaftung von Konzernen und der Vergesellschaftung des Sektors und der Energieversorgung. Die Netzinfrastrukturen z.B. brauchen wir. Was also machen wir mit den ganzen fossilen Energiekonzernen? Wie schaffen wir es, dass m\u00f6glichst viel von deren aktuellen Profiten und Reserven in die Finanzierung gesellschaftlicher Folgekosten der fossilen Energieversorgung flie\u00dft?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Lasse: <\/strong>Ich finde Selanas Formel total sinnvoll: Wichtig ist, die Energieversorgung insgesamt zu vergesellschaften und den Neuaufbau eines erneuerbaren Energiesystems demokratisch zu kontrollieren. Wie dabei am besten mit einzelnen Konzernen und ihren bestehenden Infrastrukturen umzugehen ist, ist eine komplexe Einzelfallentscheidung. Ob man den Altlasten ordnungspolitisch oder durch Enteignung begegnet &#8211; wir sehen aus den Erfahrungen mit dem Kohleausstieg, dass die Kostenverteilung immer von den politischen Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnissen abh\u00e4ngt.\u00a0 Welche sozialpolitischen Abfederungsma\u00dfnahmen braucht es da? Und wer bezahlt die? Und nat\u00fcrlich auch: Unter welchen Bedingungen wird eigentlich vergesellschaftet oder enteignet? Welcher Verkehrswert wird diesen Stranded Assets zugeschrieben?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>So wie es jetzt beim Kohleausstieg l\u00e4uft, erhalten die Konzerne enthalten noch gro\u00dfz\u00fcgige Entsch\u00e4digungen f\u00fcr angebliche zuk\u00fcnftige Gewinne nach einer geheimgehaltenen Berechnungsformel. Dabei wird gerade in den \u00f6stlichen Bundesl\u00e4ndern \u00fcberhaupt nicht sichergestellt, dass der Kohlekonzern EPH die vorgeschriebenen R\u00fccklagen f\u00fcr die Folgekosten \u00fcberhaupt bildet. So oder so kommt es also darauf an, diese Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse zu unseren Gunsten zu ver\u00e4ndern und den Blick auf das gesamte Energiesystem zu richten.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Simon<\/strong>: Die Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse wirken sich nat\u00fcrlich bei jedem Ansatz aus. Teilweise werden ja auch ordnungspolitische Ma\u00dfnahmen als Alternative vorgeschlagen, um fossile Gesch\u00e4ftsmodelle auslaufen zu lassen. Wenn wir uns letztlich zwischen den Ans\u00e4tzen Vergesellschaftung und Ordnungspolitik entscheiden m\u00fcssen, setzt nat\u00fcrlich auch die Variante Ordnungspolitik den notwendigen politischen Willen voraus, so einen Konzern praktisch kaputtzuregulieren. Und das wiederum halte ich f\u00fcr schwer vorstellbar, vor allem bei Konzernen wie RWE und EnBW, die sich zu gro\u00dfen Teilen schon in \u00f6ffentlicher Hand befinden. Andersherum m\u00fcssen wir uns fragen: Wie f\u00fchren ver\u00e4nderte Eigentumsformen auch zu einer Ver\u00e4nderung dessen, was dort produziert wird? Allein durch eine Verstaatlichung ist das \u00fcberhaupt nicht in Sicht. Wo in NRW beispielsweise der Staat anf\u00e4ngt und der Energiesektor aufh\u00f6rt, oder andersherum, das ist eigentlich gar nicht so genau zu sagen. Wie kann ein Konzern wie RWE wirklich demokratisiert werden<strong>? <\/strong>Dass wir das jetzt \u00fcberhaupt in der Bewegung diskutieren, ist schon mal ein Verdienst der Kampagne <em>RWE enteignen<\/em>. Die ist einfach noch nicht an dem Punkt, genau sagen zu k\u00f6nnen: So und so setzen wir das um.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Selana: <\/strong>Mir ist dabei wichtig, nicht dabei stehen zu bleiben, was die Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse aktuell zulassen, sondern ich will eigentlich Forderungen entwickeln, die mir und der Bewegung Energie geben. Daf\u00fcr kann es schon hilfreich sein, konkrete Vorschl\u00e4ge vorzulegen und zu vermeiden, dass dann wie beim Kohleausstieg Konzerne ohne Riesengewinne da rausgehen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Lasse: <\/strong>Und gerade der Kohleausstiegsdeal ist ja mittlerweile politisch derart in Beton gegossen, auch \u00fcber zus\u00e4tzliche Vertr\u00e4ge mit den Konzernen, dass in dem Fall der Weg des geringeren Widerstands tats\u00e4chlich \u00fcber den Aufbau neuer Energieinfrastrukturen f\u00fchren k\u00f6nnte, die nicht mehr bei diesen Konzernen liegen. Dabei m\u00fcsste aber trotzdem sichergestellt werden, dass die Kohle nicht mehr konkurrenzf\u00e4hig ist \u2013 und die Regierung hat immerhin vertraglich zugesichert, Kohlestrom nicht zu diskriminieren, also nicht \u00fcber die allgemeine CO<sub>2<\/sub>-Bepreisung hinaus.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Vergesellschaftungsfrage in der Klimagerechtigkeitsbewegung<\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Selana<\/strong>: Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse ist das Stichwort, das wir wieder aufnehmen wollen. Wie steht\u2019s denn um die Klimagerechtigkeitsbewegung in Punkto Vergesellschaftung?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Simon<\/strong>: Ein Teil der Klimagerechtigkeitsbewegung f\u00e4ngt jetzt an,\u00a0 mehr \u00fcber Eigentum und auch \u00fcber Vergesellschaftung zu sprechen. W\u00e4hrend gleichzeitig ein relevanter Teil frustriert wegbricht aufgrund des Gef\u00fchls, nicht erfolgreich gewesen zu sein. Es ist jetzt sehr wichtig, e<strong>i<\/strong>ne Klimagerechtigkeitsperspektive in all unseren K\u00e4mpfen anzulegen, ob es um Wohnen, Mobilit\u00e4t oder andere Grundbed\u00fcrfnisse geht. Das ist unter anderem das, was\u00a0 am Ende von diesem krassen Bewegungszyklus der vergangenen Jahre bleibt: Eine Art Mainstreaming von Klima- und \u00f6kologischen Fragen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Selana<\/strong>: Ja, das stimmt und da hat sich tats\u00e4chlich sehr viel ver\u00e4ndert in den letzten zehn Jahren. Es wird ja gerade in Reaktion auf die Energiekrise dar\u00fcber diskutiert, die Kampagne \u2018Don&#8217;t Pay UK\u2019 in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern zu starten, in Deutschland als \u201eWir zaghlen nicht.\u201c Das kommt aus einer sozialpolitischen Richtung, trotzdem ist klar, dass eine Kampagne zu Energiepreisen eine \u00f6kologische Sto\u00dfrichtung haben muss. Diese Auseinandersetzung um oder gegen Energiearmut k\u00f6nnte jetzt ein relevanter Teil einer Vergesellschaftungsbewegung werden. Als wir damals beim Energietisch das Thema Energiearmut und Stromsperren in die \u00f6ffentliche Debatte bringen wollten, sah das noch ganz anders aus.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Lasse<\/strong>: Im dezidiert linken Teil der Klimagerechtigkeitsbewegung waberte \u201cEnergiekonzerne enteignen\u201d schon immer als Slogan herum, ohne dass dahinter besonders viel Konkretes steckte. Umso spannender, dass das jetzt bei \u201cRWE enteignen\u201d Konturen annimmt. Aber bei den gro\u00dfen und medial am st\u00e4rksten wahrnehmbaren Akteuren, also bei Fridays for Future und der Letzten Generation spielt das kaum eine Rolle, auch weil sie sich sehr an den gro\u00dfen tagespolitischen Diskursen orientieren. Und dazu liegen ja Vergesellschaftungsforderungen eher quer. Spannend w\u00e4re, wie man dazwischen den Bogen schlagen k\u00f6nnte, wie bei DWE. Rekommunalisierungskampagnen etwa machen diese Verbindungen ja relativ gut zug\u00e4nglich.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Selana<\/strong>: Ja, und als ich bei der Vergesellschaftungskonferenz vom Energietisch erz\u00e4hlt habe, kamen danach mehrere Menschen aus ganz verschiedenen St\u00e4dten auf mich zu und wollten sich dazu weiter austauschen. Die haben gleich \u00fcber solche Kampagnen nachgedacht. Da entsteht ja erst mal viel Recherchebedarf, wie es vor Ort mit den Netzen aussieht, wann da wieder Konzessionen zu vergeben sind. Aber auch die Frage, wen man da eigentlich an einen Tisch holen m\u00fcsste. Im Falle von Berlin w\u00e4ren das ja vielleicht nicht nur lokale Fridays- und Ende-Gel\u00e4nde-Gruppen, sondern auch andere sozialpolitische Akteurinnen \u2013 und das muss nicht immer nur Deutsche Wohnen &amp; Co. Enteignen sein, da k\u00f6nnte man noch weiterschauen und mehr Gruppen von Anfang an einbinden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Lasse<\/strong>: Und es gibt da auch das Netzwerk \u201cKlimawende von unten\u201d, das ja teilweise auch aus Organisationen und Leuten hervorgegangen ist, die am Berliner Energietisch beteiligt waren. Die haben ein Handbuch herausgebracht, das genau Menschen unterst\u00fctzen soll, die vor Ort solche B\u00fcndnisse starten wollen. Vielleicht eine ganz wertvolle Ressource an der Stelle.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Simon<\/strong>:\u00a0 Auch in anderen Sektoren entwickelt sich jetzt eine Klimaperspektive, wo wir eigentlich immer gedacht haben: \u201eAch du Schei\u00dfe, das werden unsere gr\u00f6\u00dften Feinde sein\u201c, beispielsweise Besch\u00e4ftigte der deutschen <strong>Autoindustrie<\/strong>. Und ganz ehrlich, mein Optimismus, dass die Besch\u00e4ftigten dort unsere engsten Verb\u00fcndeten sein werden in 5 bis 10 Jahren, h\u00e4lt sich in Grenzen. Sollten sie allerdings in f\u00fcnf bis zehn Jahren unsere gr\u00f6\u00dften Feinde sein, dann haben wir ein riesen Problem, Denn die deutsche Autoindustrie ist der wichtigste Sektor in der viertgr\u00f6\u00dften Volkswirtschaft der Welt mit einer der m\u00e4chtigsten Industriegewerkschaften weltweit. Studien zeigen auch dort ein \u00f6kologisches Bewusstsein von \u201eirgendwie geht das so auch nicht weiter\u201c, aber dem steht nat\u00fcrlich ein materielles Interesse am eigenen Arbeitsplatz gegen\u00fcber. Jetzt wird aber das Verbrenner-Aus auf EU-Ebene beschlossen \u2013 und das ist nicht mal die \u201eSchuld\u201c der Klimabewegung \u2013 und gleichzeitig verspricht ein Umstieg auf automatisierte E-Auto-Produktion auch nicht die massenhaften tollen und zukunftstr\u00e4chtigen Arbeitspl\u00e4tze. Deshalb gibt es auch in diesem Sektor inzwischen Potenziale, \u00fcber so was wie Konversion und Vergesellschaftung nachzudenken. In Wolfsburg beispielsweise fangen Leute, auch durch die Vergesellschaftungskonferenz, jetzt an, genau diese Debatten zu f\u00fchren.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Gastbeitrag von Lasse Thiele, Simon Toewe und Selana Tzschiesche ist in einer k\u00fcrzeren Version in unserer Brosch\u00fcre Neue Energie f\u00fcr Vergesellschaftung &#8211; Vergesellschaftung f\u00fcr neue Energie erschienen. Es handelt sich dabeum ein Gespr\u00e4ch zwischen drei Klima(gerechtigkeits)aktivist*innen. 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