Demokratische Energiewende

Demokratische Energiewende statt Klimakatastrophe – Konzepte und Strategien für eine klimagerechte Energieversorgung für alle

Mit dem Projekt „Demokratische Energiewende statt Klimakatastrophe“ entwickelt communia über drei Jahre im engen Austausch und auf Augenhöhe mit sozialen Bewegungen Strategien und Konzepte für eine demokratische, gemeinwohlorientierte und ökologische Energieversorgung. Wir erarbeiten eine langfristige Vision eines vergesellschafteten Energiesektors, in dem soziale und ökologische Produktion sowie Verteilung von Energie im Rahmen öffentlicher und  demokratischer Eigentumsformen organisiert wird. Dazu entwickeln wir konkrete Ansatzpunkte im Hier und Jetzt.

Studie: Geschichte der Energie-wirtschaft

Kapital, Staat und Militär sind seit Beginn des Kapitalismus auf die Herstellung, Koordination und Kontrolle von Energie angewiesen. Eine gerechte Versorgung für alle und ein sozial gerechter ökologischer Umbau standen und stehen im Spannungsverhältnis zu diesen Interessen. Die Geschichte der europäischen Energie-wirtschaft ist jedoch auch geprägt von Aushandlungen, Widerständen und Versuchen der demokratischen Kontrolle – ob durch frühe Stadtwerke, die Aneignung durch Arbeiter*innen im Ruhrgebiet 1919 oder Vergesellschaftungs-Versuche in Hessen nach 1945. Eine Studie von Daniela Russ & Solveig Degen, mit Beiträgen von Jakob Heyer und Ralf Hoffrogge.

Konzeptpapier: Gemeingut Energie

Das Konzeptpapier schlägt die Gründung einer bundesweit tätigen Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) „Gemeingut Energie“ vor. Als gemeinwohlorientierter, öffentlich finanzierter Energieproduzent schließt diese AöR die Investitionslücken, die der privatisierte Markt hinterlässt, und schafft dabei großflächig öffentliches Eigentum im Stromsektor. Öffentliche Kontrolle und konsequente Orientierung am Gemeinwohl werden durch ein Governance-Modell ermöglicht, das demokratische Planung durch regionale Transformationsräte mit gemeinwirtschaftlichen Verwaltungsstrukturen und staatlicher Finanzierung verbindet.

 

 

Konzeptpapier: Vergesellschaftung statt Reprivatisierung von Uniper

Im Dezember 2022 hat die deutsche Bundesregierung den Energiekonzern Uniper faktisch verstaatlicht, um auf die Energiekrise zu reagieren. Bis 2028 plant der Bund jedoch, seine Anteile auf 25 % +1 Aktie zu reduzieren und will Uniper damit wieder (teil)privatisieren. Zum Anlass der Hauptversammlung von Uniper am 08.05.2025 ergänzen wir die Debatte über die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens. Wir schlagen vor, Uniper nicht zu privatisieren, sondern ernsthaft zu vergesellschaften, also in demokratisches Gemeineigentum zu überführen. So könnte ein öffentliches Unternehmen entstehen, das demokratisch kontrolliert wird und die Energiewende aktiv vorantreibt.

Gutachten:
Vergesellschaftung für die Energiewende? Juristisch machbar!

Die Vergesellschaftung von Energieunternehmen oder Netzbetreibern ist juristisch machbar und mit dem aktuellen Rechtsrahmen grundsätzlich vereinbar. communia hat die Kanzlei „Rechtsanwälte Günther“ aus Hamburg beauftragt, die juristischen Möglichkeiten und Grenzen von Vergesellschaftung im Energiesektor am Beispiel des Stromsektors zu begutachten. Die Vergesellschaftung von großen Energiekonzernen ist über den Artikel 15 im Grundgesetz möglich. Das Gutachten ist wegweisend und prüft erstmals umfassend die verfassungs- und unionsrechtlichen Rahmenbedingungen von Vergesellschaftungsperspektiven im Energiesektor.

Studie: Mit Vergesellschaftung gegen die Ohnmacht

Grüner Umbau des Kapitalismus oder Faschismus? In einer hoffnungslosen Zeit, in der es keine echten Alternativen zu geben scheint, brauchen wir ein neues linkes Projekt, das den sozialen und ökologischen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft erreichen und deshalb verbinden und begeistern kann. Das wird nur gelingen, wenn wir die Eigentumsordnung selbst in Frage stellen. Die Studie von communia im Auftrag der Rosa-Luxemburg-Stiftung skizziert konkrete strategische Perspektiven für ein starkes Projekt, das neue Hoffnung geben kann, indem es einen Ausweg aus dem polarisierten Gegenspiel zwischen Status quo und Faschismus bietet.

Geschichtsstudie: Energie, Staat und Markt

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Abschalten per Volksentscheid

Wenige Wochen nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl trat ein Volksbegehren an, um die  Atomanlagen des Landes NRW zu vergesellschaften und stillzulegen. Es war das erste mal, dass die Umweltbewegung Sozialisierung forderte. Ein Gastbeitrag von Ralf Hoffrogge....

Anprechpersonen

Projektleitung: Justus Henze
Analyse und Research: Max Wilken und Lemon Banhierl

Laufzeit

2023 bis 2026

Förderer

Dieses Projekt wird gefördert durch die Open Society Foundation gGmbH in Kooperation mit den Open Society Foundations und die Haleakala-Stiftung.