Konzepte und Strategien für eine klimagerechte Energieversorgung für alle
Fossile Energien zerstören die Lebensgrundlagen auf unserem Planeten. Der Ausweg aus dieser Sackgasse: Strom und Wärme aus Wind, Sonne und Wasserkraft, gerecht verteilt und demokratisch verwaltet.
Dieses Ziel erreicht Vergesellschaftung. Das bedeutet, die Energiekonzerne in Gemeineigentum zu überführen, das nicht einzelnen, sondern uns allen gehört. Dann bestimmen nicht mehr Profitinteressen, sondern wir können demokratisch darüber entscheiden, wie alle Menschen sauberen Strom erhalten.
communia sucht gemeinsam mit Menschen in sozialen Bewegungen Wege zu diesem Ziel.
Aktuelle Studien und Veröffentlichungen
Studie: Geschichte der Energiewirtschaft
Kapital, Staat und Militär sind seit Beginn des Kapitalismus auf die Herstellung, Koordination und Kontrolle von Energie angewiesen. Eine gerechte Versorgung für alle und ein sozial gerechter ökologischer Umbau standen und stehen im Spannungsverhältnis zu diesen Interessen. Die Geschichte der europäischen Energie-wirtschaft ist jedoch auch geprägt von Aushandlungen, Widerständen und Versuchen der demokratischen Kontrolle – ob durch frühe Stadtwerke, die Aneignung durch Arbeiter*innen im Ruhrgebiet 1919 oder Vergesellschaftungs-Versuche in Hessen nach 1945. Eine Studie von Daniela Russ & Solveig Degen, mit Beiträgen von Jakob Heyer und Ralf Hoffrogge.
Gutachten: Vergesellschaftung für die Energiewende? Juristisch machbar!
Die Vergesellschaftung von Energieunternehmen oder Netzbetreibern ist juristisch machbar und mit dem aktuellen Rechtsrahmen grundsätzlich vereinbar. communia hat die Kanzlei „Rechtsanwälte Günther“ aus Hamburg beauftragt, die juristischen Möglichkeiten und Grenzen von Vergesellschaftung im Energiesektor am Beispiel des Stromsektors zu begutachten. Die Vergesellschaftung von großen Energiekonzernen ist über den Artikel 15 im Grundgesetz möglich. Das Gutachten ist wegweisend und prüft erstmals umfassend die verfassungs- und unionsrechtlichen Rahmenbedingungen von Vergesellschaftungsperspektiven im Energiesektor.
Konzeptpapier: Gemeingut Energie
Das Konzeptpapier schlägt die Gründung einer bundesweit tätigen Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) „Gemeingut Energie“ vor. Als gemeinwohlorientierter, öffentlich finanzierter Energieproduzent schließt diese AöR die Investitionslücken, die der privatisierte Markt hinterlässt, und schafft dabei großflächig öffentliches Eigentum im Stromsektor. Öffentliche Kontrolle und konsequente Orientierung am Gemeinwohl werden durch ein Governance-Modell ermöglicht, das demokratische Planung durch regionale Transformationsräte mit gemeinwirtschaftlichen Verwaltungsstrukturen und staatlicher Finanzierung verbindet.
Studie: Mit Vergesellschaftung gegen die Ohnmacht
Grüner Umbau des Kapitalismus oder Faschismus? In einer hoffnungslosen Zeit, in der es keine echten Alternativen zu geben scheint, brauchen wir ein neues linkes Projekt, das den sozialen und ökologischen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft erreichen und deshalb verbinden und begeistern kann. Das wird nur gelingen, wenn wir die Eigentumsordnung selbst in Frage stellen. Die Studie von communia im Auftrag der Rosa-Luxemburg-Stiftung skizziert konkrete strategische Perspektiven für ein starkes Projekt, das neue Hoffnung geben kann, indem es einen Ausweg aus dem polarisierten Gegenspiel zwischen Status quo und Faschismus bietet.
Konzeptpapier: Vergesellschaftung statt Reprivatisierung von Uniper
Im Dezember 2022 hat die deutsche Bundesregierung den Energiekonzern Uniper faktisch verstaatlicht, um auf die Energiekrise zu reagieren. Bis 2028 plant der Bund jedoch, seine Anteile auf 25 % +1 Aktie zu reduzieren und will Uniper damit wieder (teil)privatisieren. Zum Anlass der Hauptversammlung von Uniper am 08.05.2025 ergänzen wir die Debatte über die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens. Wir schlagen vor, Uniper nicht zu privatisieren, sondern ernsthaft zu vergesellschaften, also in demokratisches Gemeineigentum zu überführen. So könnte ein öffentliches Unternehmen entstehen, das demokratisch kontrolliert wird und die Energiewende aktiv vorantreibt.






