Kapital, Staat und Militär sind seit Beginn des Kapitalismus auf die Herstellung, Koordination und Kontrolle von Energie angewiesen. Eine gerechte Versorgung für alle und ein sozial gerechter ökologischer Umbau standen und stehen im Spannungsverhältnis zu diesen Interessen. Die Geschichte der europäischen Energiewirtschaft ist jedoch auch geprägt von Aushandlungen, Widerständen und Versuchen der demokratischen Kontrolle – ob durch frühe Stadtwerke, die Aneignung durch Arbeiter*innen im Ruhrgebiet 1919 oder institutionalisierte Vergesellschaftungs-Versuche in Hessen nach 1945.
Für neue und zeitgemäße Vorstellungen für eine demokratische Kontrolle des Energiesektors müssen wir nicht alles neu erfinden. Wir können aufbauen auf (unvollendete) Versuche zur Vergesellschaftung der Energieversorgung. Es lohnt sich, aus der Geschichte der Kämpfe unserer Genoss*innen zu schöpfen, um Ansatzpunkte für eine demokratische Energieversorgung im Hier und Jetzt zu entwickeln.
Wie sich die Energiewirtschaft vor dem Hintergrund des Ringens um demokratische Kontrolle entwickelt hat, beleuchtet die neue Studie von communia. Verfasst haben sie Prof. Daniela Russ, Solveig Degen, mit Beiträgen von Jakob Heyer und Ralf Hoffrogge.



